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Brose-Damen mischen wieder mit

Vor 14 Tagen bereits abgeschrieben, zwei Siege später wieder voll im Rennen: Mit dem Herner TC haben die Bundesliga-Damen der DJK Brose Bamberg nicht nur einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit bezwungen, sondern den Rückstand auf das rettende Ufer auch bis auf einen Sieg verkürzt. 71:63 (38:37) hieß es am Ende einer nervenaufreibenden Begegnung vor rund 600 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle.

In puncto Dramatik beherrschte die Mannschaft von Trainer Steffen Dauer nach der Nervenschlacht von Marburg erneut die gesamte Klaviatur: Nach einem denkbar schlechten Start fanden die Bambergerinnen über den Kampf in die Partie, lagen zur Halbzeitpause knapp und im dritten Durchgang zwischenzeitlich mit 15 Zählern in Front, ehe in der Schlussphase wieder das große Zittern begann. 1:45 Minute vor dem Ende verkürzten die ohne Leistungsträgerin Ofa Tukulihihifo angetretenen Hernerinnen bis auf 65:61 und beschworen noch einmal Spannung herauf. „Am Ende war es ein Zittersieg, weil wir uns durch unnötige Ballverluste wieder in die Bredouille gebracht haben. Aber die Mädels haben vor dieser tollen Kulisse bis zum Umfallen gekämpft und sich den Sieg verdient“, honorierte Dauer wie in der Vorwoche die Teamleistung. Herausragende Figuren auf DJK-Seite waren dennoch Brett Benzio, die 17 Rebounds einsammelte und den Aufsteiger mit ihrem Treffer zum 67:61 endgültig auf die Siegerstraße führte, sowie Binta Drammeh (19 Punkte/10 Rebounds) und Jessica Miller (12/5).

Die beiden Letztgenannten umso mehr, als ihr Einsatz lange fraglich war. Drammeh hatte krankheitsbedingt drei Tage nicht am Mannschaftstraining teilnehmen können, die Kapitänin mit den Nachwehen ihres Sturzes aus der Vorwoche zu kämpfen. „Gott sei Dank“, so Dauer nach Spielende, „konnten beide mitwirken. Man hat gesehen, wie wichtig sie und ihre Impulse an beiden Enden des Feldes für uns sind.“ Das schwedisch-amerikanische Duo trug mitunter maßgeblich dazu bei, dass der Aufsteiger nach missglücktem Beginn (2:10) – Herne schloss die ersten fünf Angriffe erfolgreich ab – Zugriff bekam und nach einem 11:2-Zwischenspurt erstmals die Führung übernahm. 23:16 lautete der Zwischenstand nach der stärksten Bamberger Phase der ersten Halbzeit zu Beginn des zweiten Viertels. Der mit vier Siegen im Rücken angereiste Tabellenzehnte schlug jedoch zurück und lag Sekunden vor der Pause bei eigenem Angriff wieder vorne, ehe Miller einen Ballgewinn in der eigenen Hälfte verzeichnete und den Fastbreak zum 38:37 erfolgreich abschloss.

Für die DJK-Spielerinnen war dieser Treffer offenbar eine Art Startsignal, denn nach dem Seitenwechsel legten sie los wie die Feuerwehr: Basierend auf ihrer Dominanz im Rebound, überrannten die Gastgeberinnen ihren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nun förmlich. Ein 12:2-Lauf hatte den ersten zweistelligen Vorsprung der Partie zur Folge, den Binta Drammeh wenig später zum 59:44 ausbaute, indem sie über das gesamte Feld spurtete und dabei ihre Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen ließ. „In dieser Phase haben wir sehr konsequent verteidigt, hevorragend am Brett gearbeitet und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zum schnellen Gegenzug gut genutzt“, beschrieb Dauer, was seiner Mannschaft bis tief ins Schlussviertel eine an sich komfortable Führung ermöglichte (65:55). Nichtsdestotrotz mussten die Bambergerinnen noch die eingangs geschilderte kritische Situation meistern, ehe ihnen der fünfte Saisonerfolg und damit auch der direkte Vergleich nicht mehr zu nehmen war.

Drei Spieltage vor Saisonende bilden die Brose-Damen zwar weiterhin das Schlusslicht, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt jedoch nur noch einen Sieg. Im Dreikampf um den Ligaverbleib weiter aufholen kann die Dauer-Truppe am nächsten Samstag (18.30 Uhr) im Duell mit einem weiteren unmittelbaren Konkurrenten. In Rotenburg trifft der Aufsteiger dann auf die nach ihrer 64:80-Niederlage am Sonntagnachmittag in Nördlingen einen Sieg und einen Rang besser stehenden AVIDES Hurricanes.

Das Restprogramm der drei Teams:
Bamberg: Rotenburg (A), Nördlingen (H), Osnabrück (A).
Herne: Oberhausen (H), Halle (A), Freiburg (H).
Rotenburg: Bamberg (H), Oberhausen (A), Halle (H).

DJK Brose Bamberg: Drammeh (19), Miller (12), Young (11), Hartmann (10), Benzio (8), Münder (6), Sokman (3), Lohneiß T. (2), Beck, Gut, Zeis
Herner TC: Wright (20), Flasarova (12), Davis (8), Bräuer (6), Gawronska (6), van der Velde (4), Worms (4), Mücke (2), Terzic (1), Kassack

Schiedsrichter: Andreas Bohn / Matthias Wipfler

Zuschauer: 600

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