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Thriller mit Happy End für die DJK

Das war nichts für schwache Nerven: Mit 63:61 (37:28) haben die Korbjägerinnen der DJK Brose Bamberg in einer intensiv geführten Begegnung den BC Pharmaserv Marburg niedergerungen und damit die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Ehe der verdiente Auswärtserfolg unter Dach und Fach gebracht war, musste die Mannschaft von Trainer Steffen Dauer jedoch einige kritische Phasen überstehen und zudem eine Schrecksekunde um Kapitänin Jessica Miller verdauen.

Als die US-Amerikanerin, die bereits in der Vorwoche einen Schlag auf die Hand erlitten hatte, in der 27. Spielminute nach einem von ihr selbst begangenen Offensivfoul vor Schmerzen schreiend auf dem Boden liegen blieb, stockte den Bamberger Spielerinnen, Verantwortlichen und Fans der Atem. Miller hatte sich im Fallen mit dem rechten Arm abgestützt und ihre Gegenspielerin in dieser Situation einen Sturz ebenfalls nicht verhindern können. Die Marburgerin landete dabei unglücklich auf dem Arm der 24-jährigen DJK-Spielführerin, die vom Teamarzt der Hessinnen in der Kabine sofort eingehender untersucht wurde. Das alles geschah just zu einem Zeitpunkt, als ihre Teamkolleginnen voll gefordert waren, die Aufholjagd des Gegners nach zwischenzeitlicher 15-Punkte-Führung zu stoppen. Eine Minute vor Ende des dritten Viertels verkürzte der jetzt aggressiver zu Werke gehende Tabellenachte bis auf einen Zähler, die DJK-Damen verschafften sich aber noch vor dem Schlussabschnitt wieder etwas Luft (51:46).

Die Niederlage der AVIDES Hurricanes gegen Osnabrück stand da ebenso wie der Heimerfolg des Herner TC über Nördlingen längst fest. Um Boden gut zu machen beziehungsweise den Anschluss zu halten, mussten die Bambergerinnen also gewinnen. Das Momentum drohte allerdings auf Marburger Seite zu wechseln, als Finja Schaake ihr Team in der 35. Minute erstmals seit dem 13:10 nach dem ersten Viertel wieder in Führung brachte (51:52). Auch in dieser schwierigen Situation bewies der vielerorts bereits abgeschriebene Aufsteiger jedoch große Moral: Jessica Miller, Sinnbild des unbedingten Willens, stand trotz leichter Schmerzen wieder auf dem Feld, Kathrin Gut nahm intuitiv wichtige Aktionen, Binta Drammeh war über die gesamte Partie hinweg kaum zu stoppen und Centerin Brett Benzio bildete den Turm in der Schlacht. „Sie hat eine ihrer besten Saisonleistungen, wenn nicht gar die beste gezeigt. Wichtiger war aber, dass wir die Last auf mehrere Schultern verteilen konnten und jede bei dieser Nervenschlacht ihren Beitrag geleistet hat“, lobte DJK-Trainer Steffen Dauer das Kollektiv.

2:23 Minuten vor dem Ende hatte seine Mannschaft die richtige Antwort gegeben und sich mit dem 61:55 den entscheidenden Vorteil erarbeitet. Vorbei war der Krimi damit aber noch längst nicht: Bis zum letzten Wurf mussten die DJK Brose Bamberg und ihre mitgereisten Anhänger um den zweiten Auswärtssieg der Saison bangen, der Dreierversuch der Hessinnen verfehlte jedoch klar sein Ziel. Vor den Duellen mit den direkten Konkurrenten aus Herne (10.) und Rotenburg (11.), die die Plätze tauschten, trennen den Aufsteiger somit zwei Erfolge vom rettenden Ufer. „Wir haben dafür gesorgt, dass der Funke Hoffnung nicht erloschen ist, aber am Gesamtbild hat sich wenig geändert. Wir müssen in Vorleistung treten und sind auf andere angwiesen. Jetzt hoffen wir, dass alle fit sind bis nächsten Samstag, wenn es darum geht, mit dem eigenen Publikum im Rücken die nächste schwere Aufgabe zu meistern“, formulierte Dauer bereits auf der Heimreise das nächste Etappenziel.

Am 19. Spieltag (Samstag, 17.00 Uhr) empfangen die Bamberger Bundesliga-Basketballerinnen mit dem Herner TC die Mannschaft in der heimischen Graf-Stauffenberg-Halle, gegen die sie im Hinspiel den ersten Sieg überhaupt in der laufenden Spielzeit erringen konnten.

BC Pharmaserv Marburg: Schaake (18), White (14), Skuballa (12), Menz (11), Davidson (4), Gohrke (2), Happel, Baranowski,

DJK Brose Bamberg: Drammeh (18), Young (11), Benzio (10), Gut (9), Miller (5), Hartmann (4), Beck (3), Sokman (2), Lohneiß T. (1), Münder, Zeis.

Foto (© Peter Groh): DJK-Centerin Brett Benzio, bedrängt von der Marburgerin Natalie Gohrke.

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