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DJK-Damen scheitern an den eigenen Nerven

Auf den Sieg gegen den Titelverteidiger und eine starke Halbzeit beim Meisterschaftsfavoriten Nummer eins folgt die Ernüchterung gegen den Tabellensiebten: Mit 62:77 (31:38) verlor die DJK Brose Bamberg am Samstag vor gut 400 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle ihr Heimspiel gegen die Rhein-Main Baskets und damit an Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin drei Siege.

„Wir müssen uns nichts vormachen, auch wenn es noch fünf Spiele sind und rechnerisch weiterhin Chancen bestehen. Wir tragen die Verantwortung und stehen in der Pflicht, bis zur letzten Sekunde alles zu geben, aber nach der heutigen Niederlage muss man realistisch sein und einräumen, dass es in dieser Saison wohl nicht gereicht hat“, verzichtete DJK-Trainer Steffen Dauer bewusst auf Durchhalteparolen. Dass der Herner TC mit einem Auswärtssieg in Rotenburg für nahezu unveränderte Vorzeichen im Hinblick auf die verbleibenden Partien sorgen würde, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht – an seiner Haltung hätte es aber wohl auch wenig geändert. Zu groß war allenthalben die Enttäuschung ob der eigenen Darbietung. „Das war ein Spiegelbild der Saison, wenn man so will. Wir haben wieder reihenweise gute Möglichkeiten ausgelassen, was der Gegner regelmäßig bestraft hat. Der gezeigte Wille und Einsatz im Kampf um freie Bälle oder in der Verteidigung nutzen dann in letzter Konsequenz auch nichts, wenn man im Angriff den Ball nur zögerlich oder gar nicht bewegt“, fasste Dauer die nackten Zahlen in Worte.

24 Treffer aus dem Feld bei insgesamt 82 Versuchen (29 Prozent) wies die Statistik für die Bambergerinnen aus, darunter 5/27 (18 Prozent) von der Dreierlinie. Dank zweistelliger Werte von Janae Young und Brett Benzio dominierten sie zwar das Reboundduell, schafften es aber nicht, in den entscheidenden Phasen der Begegnung ihr Leistungsniveau konstant zu halten. Ein hohes Maß an Nervosität und fehlende Cleverness beschäftigten den Aufsteiger streckenweise mehr als der Gegner, der beharrlich sein Programm abspulte, indem er entweder konsequent den Korb attackierte und sich Freiwürfe verdiente (insgesamt 37 – Bamberg 11) oder aber offene Würfe aus der Distanz hochprozentig verwertete (7/13). Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Pressverteidigung der Hessinnen und eines andauernden Rückstands gestalteten die DJK-Damen das Spiel dennoch bis in die ersten Minuten der zweiten Halbzeit eng, ehe die Differenz erstmals einen zweistelligen Wert erreichte (35:45). In der Folge kontrollierten die Rhein-Main Baskets das Geschehen, während die mit dem Mute der Verzweiflung anrennenden Gastgeberinnen näher als beim zwischenzeitlichen 46:53 nicht mehr herankamen.

Die letztliche 62:77-Niederlage in eigener Halle verschärft die Situation der Bambergerinnen (6:28 Punkte) weiter. Nach wie vor trennen sie bei noch fünf ausstehenden Partien – darunter die Duelle mit dem Vorletzten Herne (10:24) und dem Drittenletzten Rotenburg (12:22) – drei Siege vom rettenden Ufer. „Einerseits haben wir es nicht mehr nur selbst in der Hand, andererseits brauchen wir auch nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenten zu achten, wenn wir selbst unsere Hausaufgaben nicht erledigen. Solange aber eine theoretische Chance besteht, werden wir nicht aufgeben“, kündigte Headcoach Dauer an. In der Hoffnung, neben dem Spiel gegen die Rhein-Main-Baskets nicht auch noch seine Kapitänin Jessica Miller verloren zu haben. Die US-Amerikanerin erlitt einen Schlag auf die linke Hand, über das Ausmaß der Verletzung sollen eingehendere Untersuchungen Aufschluss geben. Ihr nächstes Spiel bestreiten die DJK-Damen am kommenden Samstag um 20.00 Uhr in Marburg.

DJK Brose Bamberg: Young (16), Hartmann (12), Drammeh (9), Miller (7), Beck (4), Benzio (4), Lohneiß T. (4), Münder (3), Sokman (3), Gut, Lohneiß A., Zeis
Rhein-Main Baskets: Karel (18), Beliveau (13), Wagner (12), Rexroth (10), Covington (8), Pieczynski (6), Ripper (5), Dietrich N. (3), Dietrich P. (2)

Schiedsrichter: Bernd Pichl / Faton Kurshumlija

Zuschauer: 400

Foto (© Peter Groh): DJK-Kapitänin Jessica Miller wird von Nadine Ripper bedrängt.

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