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Eine Halbzeit lang auf Augenhöhe

Nach einem schwachen dritten Viertel haben die Bundesliga-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg die Chance auf eine Sensation im Duell mit dem unangefochtenen Spitzenreiter und Titelfavoriten TSV 1880 Wasserburg verpasst. Durch die 59:72 (29:31)-Auswärtsniederlage und den gleichzeitigen Heimerfolg des Herner TC über Osnabrück vom Samstag rutschte der Aufsteiger nach dem 16. von 22 Spieltagen auf den letzten Tabellenplatz ab.

20 Minuten lang war zwischen dem Tabellenersten und dem Letzten allerdings kaum ein Unterschied auszumachen. Die Wasserburgerinnen wurden ihrer Favoritenrolle erst dann gerecht, als sie nach dem Seitenwechsel auf beiden Seiten des Feldes deutlich zulegten. Was TSV-Headcoach Bastian Wernthaler seinen Damen in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben hatte, wollte er nicht verraten, obgleich er einräumte, "deutliche Worte" gefunden zu haben. "Bamberg hat sich hier keineswegs wie ein Abstiegskandidat präsentiert. Ich halte es für richtig, dass man dort nicht in blinden Aktionismus verfallen ist und die Leute in Ruhe arbeiten lässt. So werden sie da unten auch wieder herauskommen", gab Wernthaler seinem Trainerkollegen Steffen Dauer und dessen Truppe aufmunternde Worte mit auf den Weg. Wohin dieser führt, werden die nächsten Wochen zeigen. In den ausstehenden sechs Saisonspielen begegnen die DJK-Damen vier Teams aus der unteren Tabellenhälfte, dazu den in diesem Jahr noch sieglosen HELI GIRLS aus Nördlingen und den GiroLive-Panthers aus Osnabrück, die am Wochenende beim Schlusslicht in Herne Federn ließen. Vom rettenden Ufer trennen den Aufsteiger derzeit drei Siege.

"Wir treffen jetzt auf Gegner, die in unserer Reichweite liegen. Ab sofort sind wir in der Situation, dass wir gewinnen müssen und uns wohl kaum mehr einen Ausrutscher erlauben dürfen. Die Chancen, aus Wasserburg etwas mitzunehmen, waren - realistisch betrachtet - von vornherein gering", urteilte Dauer nach dem Gastspiel am Inn. Dessen Geschichte ist schnell erzählt: Eine Halbzeit lang boten die Bambergerinnen dem turmhohen Favoriten die Stirn, ehe zwischen der 17. und der 32. Minuten aus einer knappen Zwei-Punkte-Führung (29:27) 25 Zähler Rückstand wurden (38:63). Wie ausgewechselt kamen beide Teams aus der Kabine. Während die Oberbayerinnen Tempo und Intensität deutlich erhöhen konnten, war beim Aufsteiger der Faden gerissen. "Wir haben dem Druck des Gegners nach dem Seitenwechsel nicht mehr Stand halten können und offensiv zu viele schlechte Entscheidungen getroffen, was eine Mannschaft wie Wasserburg gnadenlos bestraft. In diesem Zeitraum war der Unterschied zwischen einem Spitzenteam und einem, das im Tabellenkeller steckt, deutlich erkennbar", resümierte Dauer.

Trotzdem die Entscheidung nach dem dritten Durchgang gefallen war, steckten die Brose-Damen nicht auf und verkürzten bis Mitte des letzten Viertels noch einmal. Binta Drammeh initiierte mit sieben Zählern in Serie einen 11:0-Lauf des Aufsteigers zum 49:63. Mehr als Ergebniskosmetik ließ der sechsmalige Deutsche Meister, dem der erste Platz nach der Hauptrunde kaum mehr zu nehmen ist, allerdings nicht mehr zu. Für die DJK Brose Bamberg gilt es daher nun, das aus dem Heimerfolg über Titelverteidiger Wolfenbüttel gewonnene Selbstvertrauen und das Positive aus der ersten Hälfte in Wasserburg mit in die nächsten Wochen zu nehmen. Bereits am kommenden Samstag (17.00 Uhr, Graf-Stauffenberg-Halle) zählt nur ein Sieg, wenn mit den Rhein-Main Baskets der Tabellensiebte in Bamberg zu Gast ist.

TSV 1880 Wasserburg: Cannon (19), Fikiel (12), Breitreiner (9), Sten (9), Barnert (8), Brunckhorst (4), Thoresen (4), Wolf (3), Gray (2), Zeller (2), Dalembert, Dausinger.

DJK Brose Bamberg: Young (19), Drammeh (17), Miller (7), Zeis (5), Benzio (4), Hartmann (4), Sokman (3), Beck, Gut K., Lohneiß T., Münder.

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