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Befreiungsschlag gegen den Meister

Aufatmen bei den Bundesliga-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg: Im Duell mit dem Tabellendritten und amtierenden Meister BV Wolfenbüttel Wildcats feierte der Aufsteiger das lang ersehnte Erfolgserlebnis – das erste seit dem 24. November 2012. 81:75 (50:45) hieß es nach 40 packenden Minuten zu Gunsten der Mannschaft von Trainer Steffen Dauer, die sich vor 500 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle als geschlossene Einheit präsentierte.

Als Binta Drammeh für die letzten Freiwürfe der Partie an die Linie trat, standen die Auswechselspielerinnen bereits kollektiv an der Seitenlinie, die Arme gegenseitig auf die Schultern gelegt, und warteten auf das erlösende Signal. Auch wenn der dritte Saisonsieg zu diesem Zeitpunkt bereits in trockenen Tüchern war, die Last der schweren letzten Wochen fiel erst mit der Schlusssirene ab. „Endlich!“, platzte es aus DJK-Kapitänin Jessica Miller heraus, und auch Junioren-Nationalspielerin Alina Hartmann hatte „schon fast vergessen, wie gut es sich anfühlt zu gewinnen“. Der Stimmung taten daher auch die Ergebnisse der Konkurrenz, die ebenfalls punktete, keinen Abbruch. Zu wichtig war das eigene Erfolgserlebnis für Psyche und Selbstvertrauen. „Die Mannschaft hat heute an sich geglaubt. Sie hat über 40 Minuten mit sehr hoher Intensität gespielt und auch die kritischen Phasen überstanden, weil sie defensiv immer noch zulegen konnte. Damit hat sie gezeigt, was sie zu leisten imstande ist“, lobte Steffen Dauer sein Team für eine starke Vorstellung, wollte den Sieg aber gleich richtig eingeordnet wissen: „Er war wichtig für die Köpfe der Spielerinnen, aber wir müssen weiter solche Leistungen bringen, sonst war das ein Muster ohne Wert.“

Schon nächste Woche in Wasserburg müssen die Bambergerinnen zeigen, dass sie dem Spitzenreiter und Titelfavoriten ebenso die Stirn bieten können wie dem amtierenden Meister. Der traf gerade in der Anfangsphase der Partie hochprozentig aus allen Lagen, war aber offenbar nicht darauf eingerichtet, dass der Aufsteiger das hohe Tempo mitgehen würde. Mehr noch: Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (23:25) sowie kleineren Schwierigkeiten im Verlauf des zweiten setzte Annika Lohneiß per Dreier über Brett mit Ablauf der Uhr den psychologisch wichtigen Treffer zur 50:45-Pausenführung. Damit war der Glaube an die eigene Stärke neu entfacht: Angeführt von Janae Young setzten sich die Gastgeberinnen nach dem Seitenwechsel zeitweise bis auf 14 Zähler ab (67:53). Die Wolfenbüttelerinnen meldeten sich mit Beginn des Schlussabschnitts jedoch zurück. Das 69:63 war zugleich der Ausgangspunkt der entscheidenden Phase des Spiels. Mehr als fünf Minuten gelang keinem der beiden Teams ein Korberfolg, wogte die Partie hin und her, ehe der Aufsteiger mit einem erfolgreichen Freiwurf den Bann brach. Zittern mussten die 500 Zuschauer zwar bis in die Schlussminute, die DJK-Damen aber ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Wenngleich am Ende Janae Young ob ihrer 34 Punkte und elf Rebounds herausragte, bildete die Teamleistung die Grundlage für den Erfolg. 15 Offensivrebounds zeugten von unbedingtem Willen, nur elf Ballverluste von hoher Konzentration, neun Ballgewinne von viel Intensität und zwölf unmittelbare Korbvorlagen von Mannschaftsdienlichkeit. Allesamt Eigenschaften, die in den verbleibenden sieben Saisonspielen nötig sein werden, um den Rückstand noch aufholen zu können. Mit drei Siegen bleibt die DJK Brose Bamberg Tabellenelfter, während Rotenburg, Marburg, die Rhein-Main Baskets und Oberhausen mit je sechs Siegen die Ränge sieben bis zehn belegen. Dreien der vier Teams wird der Aufsteiger bis Saisonende noch begegnen. Den Anfang machen die Rhein-Main Baskets, die am 16. Februar in der Graf-Stauffenberg-Halle zu Gast sein werden. Zuvor reist die Dauer-Truppe am kommenden Sonntag (16.00 Uhr) zum Tabellenführer nach Wasserburg.

DJK Brose Bamberg: Young (34), Hartmann (18), Benzio (8), Drammeh (8), Miller (6), Lohneiß A. (3), Münder (2), Zeis (2), Beck, Gut, Lohneiß T., Sokman.

BV Wolfenbüttel Wildcats: Whitcomb (16), O'Rourke (15), Kulite (14), Callahan (10), Vincze (7), Berger (4), Conley (4), Morton (3), Hartwich (2).

Schiedsrichter: Jonas Reiter / Mesut Aydogdu

Zuschauer: 500

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