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Die Leistung stimmt, das Ergebnis nicht

Keinen Sieg, aber eine Vorstellung, die viel Mut für die verbleibenden Spiele im Kampf um den Klassenerhalt macht, haben die Bundesliga-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg ihren Fans im Heimspiel gegen Vizemeister Halle geboten. Nuancen machten letztlich den Unterschied im Duell zwischen dem Tabellenvorletzten und dem Zweiten, der sich mächtig strecken musste, um vor rund 400 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle mit 72:67 (34:32) die Oberhand zu behalten.

Auf Bamberger Seite war die Enttäuschung dagegen nach einer enormen Leistungssteigerung im Vergleich zum Auftritt in Oberhausen groß. Während sie sich bei Kapitänin Jessica Miller in einem Tritt gegen einen Stuhl entlud, wusste Trainer Steffen Dauer nicht, wem er einen Vorwurf machen sollte. „Einstellung, Intensität, Rebound- und Verteidigungsarbeit haben gestimmt. Es war ein enges Spiel, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben haben. So blöd sich das Klischee auch anhört: Wenn du unten drinsteckst, fehlt dir in den entscheidenden Momenten eben das nötige Quäntchen Glück“, trauerte der 39-Jährige insbesondere den ausgelassenen Freiwürfen und vergebenen Fastbreak-Möglichkeiten in der Schlussphase hinterher. Nach knapper 54:53-Führung vor dem letzten Durchgang hatten die DJK-Damen zunächst einen 8:0-Lauf der Hallenserinnen hinnehmen müssen, sich jedoch schnell wieder herangekämpft.

Dreimal leuchtete in der Folge der geringstmögliche Abstand von der Anzeigetafel, doch der Ausgleich oder gar der erneute Führungswechsel wollte dem Aufsteiger nicht gelingen. Stattdessen versenkte Julia Kohlmann bei noch 45 Sekunden verbleibender Spielzeit ihren dritten Dreier für die LIONS zum 66:70. Damit lief die Zeit gegen die Bambergerinnen, die nach einem erfolgreichen Freiwurf zwar wieder innerhalb der Reichweite eines Ballbesitzes lagen, den Gegner aber nicht am Punkten hindern konnten. Nach einem Zuordnungsfehler tauchte Tamara Tatham frei unter dem DJK-Korb auf, markierte den 67:72-Endstand und ließ die Gastgeberinnen nach leidenschaftlichem Kampf mit leeren Händen dastehen. „Daran können wir nichts mehr ändern, aber wir haben noch neun Spiele und werden mit Sicherheit nicht den Kopf in den Sand stecken“, sendete Dauer nach dem sportlichen Lebenszeichen seiner Mannschaft auch eine verbale Kampfansage an die Konkurrenz im Rennen um den Ligaverbleib.

Zuversicht hinsichtlich der kommenden Aufgaben weckte neben der couragierten Leistung gegen den Vizemeister auch der gelungene Einstand von Binta Drammeh. Die 20-jährige Schwedin avancierte mit 17 Zählern zur zweitbesten Bamberger Werferin, holte zudem acht Rebounds und lieferte viele wertvolle Impulse. „Nach drei Tagen in Deutschland und zwei Trainingseinheiten mit dem Team war das ein sehr guter Einstand. Sie hat ihre Qualität mehr als nur angedeutet und viel frischen Wind in unser Spiel gebracht. Diesen Schwung gilt es jetzt mitzunehmen“, ist Dauer überzeugt davon, mit Hilfe der jüngsten Neuverpflichtung den erforderlichen Richtungswechsel herbeiführen zu können. Weiter geht es für die DJK Brose Bamberg am kommenden Samstag (19.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim USC Freiburg.

Eine Zusammenfassung der Partie gegen die Halle LIONS zeigt das Bayerische Fernsehen aus dem Studio Nürnberg am Sonntagabend ab 22.45 Uhr in der Sendung “Sport in Bayern“.

DJK Brose Bamberg: Young (20), Drammeh (17), Miller (16), Hartmann (5), Münder (4), Benzio (3), Zeis (2), Beck, Gut, Lohneiß, Sokman;

SV Halle LIONS: Tatham (21), Kohlmann (14), Kennedy (12), Ligthart (11), Hebecker (10), Gaudermann (2), Schnorr (2), Henningsen.

Zuschauer: 400

Foto (© Peter Groh): Die jüngste Neuverpflichtung der DJK Brose Bamberg, Binta Drammeh, bei ihrem Heimdebüt im Duell mit der Hallenserin Tamara Tatham.

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