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Beste Saisonleistung reicht nicht ganz zur Sensation der 1. Damen

Am Ende war es nicht mehr als ein glanzloser und hart erkämpfter Arbeitssieg des Tabellenführers und Titelaspiranten: Trotz der angesichts des Spielverlaufs eher zu deutlich ausgefallenen 65:76 (39:35)-Niederlage gegen den TSV 1880 Wasserburg konnten die Korbjägerinnen der DJK Brose Bamberg erhobenen Hauptes aus der Partie gehen. Vor 600 mitfiebernden Zuschauern in der heimischen Graf-Stauffenberg-Halle verlangten sie dem klaren Favoriten 40 Minuten lang alles ab.

Wer sich im Vorfeld nur über die Höhe der Differenz Gedanken gemacht hatte, musste schnell erkennen, dass das Derby alles andere als ein Spaziergang für den sechsmaligen Deutschen Meister werden würde. Zu passiv präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Bastian Wernthaler über weite Strecken gegen die hellwachen Bambergerinnen. Die wiederum leisteten sich insbesondere in den ersten 20 Minuten kaum Fehler, arbeiteten konsequent im Rebound und wussten im Angriff vor allem die erneut stark agierende Brett Benzio in Szene zu setzen. Zwölf Zähler und vier Rebounds steuerte die US-Centerin zu einer 39:35-Halbzeitführung der Gastgeberinnen bei. Die TSV-Damen hingegen unterschätzten ihren Gegner, wie Nationalspielerin Anne Breitreiner nach Spielende eingestand, und fanden daher nur schwer in die Spur.

Nach dem Seitenwechsel legten sie allerdings eine andere Einstellung an den Tag. Mit mehr Aggressivität und Intensität zwangen die Wasserburgerinnen nicht nur das Bamberger US-Duo Benzio und Young in Foulprobleme, sondern erarbeiteten sich nach sechseinhalb gespielten Minuten im dritten Durchgang auch erstmals eine deutlichere Führung (54:44). Als sich DJK-Trainer Steffen Dauer in dieser Phase auch noch ein technisches Foul wegen mehrfacher Proteste gegen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns einhandelte, schien viel für den Favoriten vom Inn zu sprechen. Doch die an sich routiniertere der beiden Mannschaften verlor ihren Rhythmus wieder, während der Aufsteiger weiter um jeden Zentimeter kämpfte. Der Lohn dafür war ein knappes 53:56 vor dem Schlussviertel.

Auch das gestaltete die DJK Brose Bamberg ausgeglichen, die entscheidenden Treffer aber landeten zum Leidwesen des Großteils der lautstarken Kulisse die Gäste aus Oberbayern. 1:48 Minute vor Schluss stellte Svenja Brunckhorst auf 65:72 und brachte ihr Team damit nach einem lange Zeit umkämpften Derby auf die Siegerstraße. "Ich denke, wir haben uns nichts vorzuwerfen, aber wir müssen dahin kommen, solche Leistungen in Erfolge umzumünzen. Das muss unser Anspruch sein. Dann können wir so ein Auftaktprogramm auch verkraften", zeigte Dauer mit Blick auf die Chancenverwertung den Unterschied zwischen einem Aufsteiger und einer deutschen Spitzenmannschaft auf.

Nach Bewältigung des Mammut-Starts mit Duellen mit dem amtierenden Pokalsieger, dem Vizemeister, dem Meister und dem Titelaspiranten Nummer eins aus Wasserburg bietet sich am kommenden Sonntag bei den bis dato einmal erfolgreichen Rhein-Main Baskets die nächste Chance auf den ersten Saisonsieg. Dann könnten auch Svenja Zeis und Petra Oberpaul, die sich gegen TSV bereits mit der Mannschaft aufwärmten, wieder auf dem Parkett stehen. "Wir werden die Spielerinnen nach ihren teils langen Pausen langsam wieder integrieren. Das verleiht uns zum einen mehr Variabilität, zum anderen heizt es hoffentlich den internen Konkurrenzkampf an", setzt der Bamberger Coach auf einen leistungsfördernden Effekt.

DJK Brose Bamberg: Benzio (17), Young (9), Bode (8), Miller (8), Sokman (8), Gut (6), Hartmann (6), Münder (3), Beck, Lohneiß TSV 1880 Wasserburg: Breitreiner (18), Cannon (17), Brunckhorst (12), Fikiel (11), Barnert (6), Thoresen (6), Dalembert (3), Dwyer (3)

Schiedsrichter: Björn Knapp / Sameh Farho

Zuschauer: 600

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