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U15-Mädchen der DJK inszenieren ''Ostermärchen'' in Wien

Eigentlich war die Fahrt für die weibliche U15 der DJK Don Bosco Bamberg zum traditionellen und bereits zum 22. Mal ausgerichteten Wiener Osterturnier als Abschluss für eine Saison gedacht, bei der die überregionalen Meisterschaften mit Platz drei in der Bayernliga Nord knapp verpasst wurden. Doch dann geriet dieses Turnier völlig unerwartet zum Saisonhöhepunkt. Dass man unter über 5000 Aktiven in rund 500 Mannschaften aus 23 Ländern plötzlich zu den wenigen Finalteilnehmern – es wurde in 16 verschiedenen Alters- und Leistungsklassen gespielt - gehören würde, damit hatte niemand gerechnet.

Der kleine Bamberger Kader von nur neun Spielerinnen trat in der Vorrunde zunächst in der Altersklasse U16-Low und mit Ausnahme der für diese Altersklasse leider nicht mehr spielberechtigten Julia Fleischmann zusätzlich parallel in der Leistungsklasse der U14 an. Dies bedeutete an den ersten drei Turniertagen zwei Spiele pro Tag, bei einer nur geringfügig verkürzten Spielzeit von 4x8 Minuten und den ersten Sprungball teilweise schon morgens um 8.00 Uhr. Trotz guter Leistungen in der U16 gegen die Teams aus Ludwigsburg, Triest und den Vienna Kangaroos, konnte man nur gegen letztere mit einem 57:30-Sieg einen verwertbaren Erfolg und Platz 3 in der Gruppenphase verbuchen.

Viel dominanter waren die Bambergerinnen dagegen von Anfang an in der U14. Die Steyr Hexen und die Ungarinnen aus Kecskemet wurden mit deutlichen Siegen abgefertigt, lediglich gegen die Italienerinnen von Libertas Trieste tat man sich am letzten Vorrundentag etwas schwerer. Es reichte aber dennoch zu einem 38:35-Sieg und somit ungeschlagen zum Gruppensieg. Dass man das Erreichen der Finalspiele gar nicht so richtig auf dem Plan hatte, erkennt man schon an der Tatsache, dass mit Maike Hassfurther, die bis dahin eine tolle Leistung ablieferte, eine Spielerin aufgrund anderer Verpflichtungen nicht mehr länger zur Verfügung stand. Obwohl somit nur noch sieben Bambergerinnen einsatzfähig waren, konzentrierte man sich nun ganz auf die die Finalspiele in der U14.

Im Achtelfinale bekam man es am vierten Turniertag dann zunächst gleich mit einer richtigen „Granate“ zu tun, hatte man doch gegen Jahn München im Vorjahr bei der Südostdeutschen Meisterschaft den kürzeren gezogen. Mit einer gewissen Anspannung aufgrund dieser Konstellation, aber auch großem Kampfgeist ging man in dieses Match, das sich zu einem echten Krimi entwickeln sollte. Nach ständigen Führungswechseln konnten die Bamberger Mädels auch Dank der tollen Zuschauerunterstützung dann in den letzten Spielminuten mit guter Defensive und frechem Angriffsspiel den 32:25-Sieg herausspielen. Sicherheitshalber hatte die DJK den Kader für diese Finalspiele mit Chiara Braun als Gastspielerin aufgefüllt, die bis dahin lediglich als Zuschauerin ihrer Schwester mit in Wien war, um der Bank etwas mehr Tiefe zu geben. Und das war gut so, denn viel Zeit zum Verschnaufen war nicht, wartete doch bereits zwei Stunden später das italienische Team aus Muggia mit einem kompletten 12er Team im Viertelfinale. Nach gutem Start hatte man den Eindruck, dass nun die Bambergerinnen den vielen Spielen der letzten Tage und dem dadurch bedingten Kräfteverschleiß Tribut zollen mussten. Noch bis ins 3. Viertel lag man teilweise aussichtslos mit rund 15 Punkten im Rückstand. Doch dann zeigten die DJK Mädchen das, was den Bamberger Basketball jeder Mannschaft auszeichnet: Kampf um jeden Ball, mit letztem Einsatz, bis zur letzten Minute. Alle Spielerinnen wuchsen über sich selbst hinaus und schafften das nicht mehr Vorstellbare: 51:46-Sieg und Einzug ins wiederum nur zwei Stunden später stattfindende Halbfinale. Dort trug die mit weit über hundert Fans immer imposanter und lautstärker werdende Zuschauerkulisse zu echter Playoff- Atmosphäre bei. Als Gegner wartete nun das körperlich klar überlegene und bis dahin ebenfalls noch ungeschlagene tschechische Team aus Klatovy. Doch die Bambergerinnen hatten sich nun endgültig in einen echten Spielrausch hinein gesteigert, der sämtliche Belastungen, Blessuren und die scheinbare Überlegenheit der Gegnerinnen einfach vergessen ließ. Durch hartes Pressing wurden die Tschechinnen, die fast alle ihre Punkte durch auf ihre Lufthoheit ausgerichtete Spielzüge erzielten, im Spielverlauf immer mehr aus dem Rhythmus und in eigene Foulprobleme gebracht. Und wieder zeigten die DJK-Mädchen zu was Sie in der Lage sind, wenn sie als Team ihr volles Potential abrufen. Mit 67:61 wurde auch dieses Top-Team ausgeschaltet und überglücklich in den Armen liegend hörte man: „Finale, Finale“

Dieses letzte von nun insgesamt zehn Spielen in fünf Tagen fand am nächsten Morgen bereits um 9.15 Uhr in der Wiener Stadthalle statt. Unterstützt von allen anderen Teams aus dem Bamberger Raum, die bereits ausgeschieden waren und deren gemeinsame Busabfahrt sich aufgrund der überraschenden Finalteilnahme der DJK-Mädels um einen Tag verzögerte, ging es dann mit gemischten Gefühlen gegen das lettische Team aus Liepaja. Endspielerfahrung konnte die junge Bamberger Mannschaft ja noch nicht vorweisen und so wollte man vielleicht etwas zu viel und vergaß dabei, Teambasketball und die bewährten Systeme zu spielen. Zu viele Einzelaktionen machten es den durch die Bank technisch top ausgebildeten Lettinnen leicht, die Bambergerinnen mit blindem Verständnis und ausgespielten Aktionen in Schach zu halten. Auch wenn dieses Spiel dann mit 41:81 unnötig klar verloren ging und die Enttäuschung zunächst groß war, so können die DJK-Mädchen auf diesen großen Erfolg doch sehr stolz sein. Schließlich standen nicht viele deutsche Teams im Endspiel bei diesem hervorragend organisierten und besetzten Wiener Turnier. Das vom Trainergespann Veit Stettler und Patrick Hwastunow hervorragend betreute Team wurde durch diese tollen Tage noch enger zusammengeschweißt und hat bei hoffentlich anhaltendem Wachstum die besten Voraussetzungen auf eine tolle Basketballzukunft auf hohem Niveau.

Foto (hintere Reihe von links nach rechts): Trainer Veit Stettler, La Tisha Lott, Maike Haßfurther, Emma Eue, Marie Ulshöfer, Alicia Braun, Trainer Patrick Hwastunow; vordere Reihe: Franziska Hager, Hannah Straub, Julia Fleischmann, Felicia Winter.

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