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DJK-Zweitliga-Damen - Zwischenbilanz und Ausblick

Team ist "deutlich variabler aufgestellt"

Sportgespräch - Die Leistung der Bamberger DJK-Basketballerinnen hat unter dem Verzicht auf den Bundesliga-Aufstieg nicht gelitten.

Bamberg - Sieben Spieltage sind in der 2. Liga Süd vergangen. Die Bamberger DJK-Basketballerinnen stehen im zweiten Jahr nach ihrem Aufstieg da, wo sie ihre Fans sehen möchten: ungeschlagen an der Tabellenspitze, zusammen mit dem TSV Viernheim. Frustration, Leistungseinbruch nach dem Verzicht auf den Bundesliga-Aufstieg als Zweitliga-Meister? Fehlanzeige. Jörg Zimmermann, der Basketball-Abteilungsleiter der DJK Don Bosco Bamberg, beantwortete Frage zur aktuellen Lage.

Unter dem Verzicht auf den Bundesliga-Aufstieg Ende Mai scheint die Motivation der DJK-Basketballerinnen nicht gelitten zu haben. Die Mannschaft scheint stärker zu sein als in der letzten Saison, in der die Bambergerinnen als Neuling die Meisterschaft in der 2. Liga Süd gewannen. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Jörg Zimmermann: Im vergangenen Mai wurden wir relativ unvorbereitet mit dem Thema ,Aufstieg‘ konfrontiert. Nachdem wir alle Aspekte ausführlich gegeneinander abgewogen hatten, konnte die Entscheidung – vor allem in finanzieller Hinsicht – nur zweite Liga lauten, um unserem Ziel der Nachhaltigkeit des Bundesliga-Damenbasketballs in Bamberg gerecht zu werden. Unabhängig davon liefen die Planungen bereits parallel auch für eine weitere Zweitliga-Saison. So konnten wir uns inbesondere auf den ,kleinen‘ Positionen verstärken. Mit der erstliga-erfahrenen Ka Gröger und den Heimkehrerinnen Jojo Hirmke und Annika Lohneiß haben wir uns diesbezüglich deutlich variabler aufgestellt. Auch die bis Ende Januar bei uns spielende Liisi Sokmann hilft uns natürlich weiter. Vakant war lange die in unserer Planung vorgesehene zweite Ausländerposition, deren Besetzung jedoch zu einem Großteil von der Entwicklung des übrigen Kaders abhängig gemacht wurde. Auf Grund der Leistungsdichte auf den kleineren Positionen fiel die Entscheidung schließlich zugunsten einer größeren Spielerin. Wir haben uns in enger Abstimmung mit unserem Cheftrainer Steffen Dauer für Monet Johnson entschieden, die sowohl die große Flügel- als auch die kleine Centerposition besetzen kann. Die bisher gezeigten Leistungen bestätigen diese Entscheidung als eindeutig richtig. Und auch in Bezug auf unsere zweite US-Amerikanerin, Jessie Miller, bestehen auch in dieser Saison keinerlei Zweifel an ihrer sportlichen und menschlichen Qualität, weshalb der Vertrag ja bereits kurz nach Ende der letzten Spielzeit verlängert worden war. Schaut man sich nun in der Liga um, haben viele Mannschaften personell nachgelegt, so dass auch wir uns dementsprechend breiter aufstellen mussten. Aber der bisherige Saisonverlauf gibt uns recht, da unsere intensive und schnelle Spielweise natürlich auch viel Kraft kostet. Und dafür kann unser Trainerteam nun auf eine deutlich tiefere Bank als in der letzten Spielzeit zurückgreifen. Besonders erfreulich ist dabei auch, dass die Spielerinnen aus der letzten Saison deutlich gereift sind und durch immer mehr Verantwortung eine wichtige Rolle in der Mannschaft spielen.

Sind die Ziele in dieser Saison nun klar definiert, soll der Titel verteidigt werden? Wird die Bundesliga wieder zum Thema oder bleibt sie tabu?

Das Ziel war bereits vor Beginn der Saison klar definiert: Wir wollen am Ende in der oberen Tabellenhälfte stehen und wenn möglich auch wieder in die Play-offs. Sollte dann die Titelverteidung möglich sein, werden wir uns dem natürlich gerne stellen. Sollte dies gelingen, ist auch die erste Liga wieder ein Thema. Ein entscheidender Baustein wird dann aber auch erneut die Finanzierbarkeit sein. Bis dahin ist es jedoch – trotz des glänzenden Verlaufs bisher – noch ein weiter Weg. Jetzt müssen wir erst einmal die Wochen bis Weihnachten abwarten, denn mit Sandhausen, Viernheim und Heidelberg warten die echten Prüfsteine der Liga auf uns.

In der Basketball-Hochburg Bamberg und ihrem Umland geben die Brose Baskets als deutscher Meister klar den Ton an. Haben die Zweitliga-Basketballerinnen der DJK darunter zu leiden?

Ich glaube nicht, dass wir darunter leiden. Im Gegenteil: Uns sind die derzeitigen Möglichkeiten ja erst durch die Kooperation mit Franken1st gegeben worden. Allerdings ist natürlich der Pool der basketball-begeisterten Sponsoren und Gönner in der Region begrenzt, so dass viele bereits durch ein Engagement bei den Brose Baskets gebunden sind. Dennoch haben wir auch hier schon von der Kooperation profitieren können, zum Beispiel durch neue Partnerschaften zwischen der DJK Bamberg und der VR Bank Bamberg sowie den Stadtwerken Bamberg. Für eine Erstligasaison müsste insgesamt dennoch deutlich mehr Geld zur Verfügung stehen als bisher. Ein Namenssponsor, der damit seine Verbundenheit zum Bamberger Damen-Basketball ausdrücken könnte, würde uns sicher ein ganzes Stück weiterhelfen. Wenn dann noch drei, vier größere Sponsoren dazukommen, wäre das sicherlich ein wichtiger Baustein auf diesem Weg. Der Mannschaft und dem Trainerteam möchte ich ein großes Kompliment machen, die wieder sehr viel Engagement und Leidenschaft zeigen und einen beträchtlichen Anteil ihrer Freizeit für unser gemeinsames Projekt investieren.

Das Gespräch führte Michael Schwital, Fränkischer Tag vom 23.11.2011.

Das neue Teamfoto (© Sebastian Hader) zeigt die Zweitliga-Mannschaft der DJK Don Bosco Bamberg: hinten von links: Abteilungsleiter Jörg Zimmermann, Annika Lohneiß, Lisa Stößel, Petra Oberpaul, Alina Hartmann, Sophie Mendler, Monet Johnson, Svenja Zeis, Verena Nickel, Trainer Steffen Dauer, Co-Trainer Jochen Geigerhilk; vorne Liisi Sokman, Felicia Zeis, Kathrin Gut, Jessica Miller, Johanna Beck, Johanna Hirmke, Leonie Leykam, Luisa Tadda, Katharina Gröger; es fehlt: Ilona Brox.

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