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Bundesliga scheint machbar zu sein

Basketball-Euphorie Für den Aufstieg der Bamberger DJK-Basketballerinnen müssten die Rahmenbedingungen passen, meint Manager Jörg Zimmermann. Es gebe viele positive Signale.

Um des Erfolges willen bleibt Manager Wolfgang Heyder und seinen Mitstreitern gar nichts anderes übrig, als Spitzenbasketball in Bamberg auch als "Event" zu verkaufen. Die Marketingmaschine muss - mit Siegen als einzigem Treibstoff - auf Hochtouren laufen. Das Menschliche, das Familiäre, die Sorge um die Jugend und gleichzeitig deren Förderung sollen dabei nicht auf der Strecke bleiben - so Heyders Credo. Am Samstag stieg ein echtes Familienfest in Sachen Bamberger Basketball in der Graf-Stauffenberg-Halle.

Konkret war der Anlass: der gemeinsame Kampf von rund 1000 Fans und Mannschaft gegen die Damen der KuSG Leimen mit ihren 30 Schlachtenbummlern um die Meisterschaft in der 2. Liga Süd und den Bundesliga-Aufstieg sowie die gemeinsame, laute und überschäumende Freude nach getaner, gelungener Arbeit, sprich dem 57:54-Sieg. Zeitlich offen war der Ausgang: DJK-Abteilungsleiter Jörg Zimmermann verabschiedete sich gegen 2 Uhr in einem In-Lokal in der Langen Straße von der Mannschaftsfeier, die da noch längst nicht in den letzten Zügen lag.

Vom Kampfrichtertisch aus in der Stauffenberghalle hatte Zimmermann den besten Blick: Erfrischend zivil, teils im Kreis ihrer Familien und ohne Starstatus genießen zu wollen, fanden sich die Akteure der Brose Baskets wie Maurice Stuckey, Karsten Tadda (als Fan seiner Schwester Luisa), Kyle Hines oder Reyshawn Terry auf den Rängen. Casey Jacobsen und Brian Roberts begleiteten in der Pause sichernd die ersten Kletterübungen ihrer Töchter an der Sprossenwand.
Die Stars waren am Samstagnachmittag die Basketballerinnen der DJK Don Bosco Bamberg. Sie übten sich im Tunnelblick, allein fokussiert auf den Sieg über Leimen, der in einer Abwehrschlacht, Blessuren fördernd auf beiden Seiten, dann auch gelang. Die Freude sei so groß, so Manager Zimmermann, "weil der Erfolg so unvorhergesehen kam". In der Bundesliga liefen die Bambergerinnen zuletzt im alten Jahrtausend auf. Nachdem Trainer Steffen Dauer von der TS Herzogenaurach zu seinem Heimatverein DJK zurückgekehrt war, stiegen Johanna Beck & Co. als Regionalliga-Dritter in die 2. Liga Süd auf, um sich gleich wieder in die höchste deutsche Klasse zu spielen.

"Der Erfolg hat viele Väter", so Zimmermann. Gar nichts gegangen wäre jedoch ohne die Zusammenarbeit in Sachen Basketball in der Region unter dem Namen "Franken1st". Viele Helfer habe die DJK, neue Sponsoren hätten sich engagiert, die beiden US-Amerikanerinnen wohnten günstig und immer mehr Zuschauer hätten treu die Bamberger Korbjägerinnen unterstützt. Den überraschenden Aufschwung allein an Jessica Miller und Johnette Walker festzumachen, sei falsch, so Zimmermann. "Die meisten Vereine leisten sich zwei Ausländerinnen. Wichtig ist das eigene Material an Spielerinnen. Und das haben wir."

Also ab sorglosen Geistes in die Bundesliga? Mitnichten, meint der DJK-Funktionär. "Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, die Mannschaft und das Finanzielle. Schließlich wollen wir in der 1. Liga nicht jedes Spiel verlieren." Das Team solle und wolle zusammenbleiben, die Identifikation mit der Region solle erhalten bleiben. "Es gibt viele positive Signale", die Entscheidungen reiften bis Ende Mai.

Es könne gut sein, dass die Leistungsträgerinnen Jessie Miller und Johnette Walker der DJK erhalten blieben. Auch sollten die Trainer Steffen Dauer, Gregor Großkopf und Jochen Geigerhilk weiter die Mannschaft führen. Dass die erfolgreichen WNBL-Basketballerinnen des Teams Oberfranken, betreut von der ehemaligen Bamberger Bundesliga-Spielerin Janet Fowler-Michel, mit der DJK Don Bosco Bamberg eine gute Perspektive haben, ist nicht zuletzt der Initiative von Florian Gut zu verdanken, einem der Jugendtrainer der Brose Baskets Bamberg.

Und das soll so weitergehen, meint auch der Manager des deutschen Meisters und Pokalsiegers, Heyder. Wohl einen Bruchteil im Vergleich zu den Herren würde es kosten, die Bamberger Damen zum deutschen Titel zu führen. "Das wollen wir aber nicht", so Heyder, "wichtiger ist, dass die Strukturen wachsen und passen. Die Nachwuchsförderung steht an erster Stelle mit 1. oder 2. Liga als Perspektive. Es gibt wahnsinniges Potenzial bei den Mädchen, wir von Franken1st wollten da unbedingt etwas machen. Mit Sicherheit werden wir keinen Titel kaufen". Für ihr Programm müssen die Bambergerinnen nicht werben, erste E-Mails mit Anfragen laufen bei DJK-Abteilungsleiter Zimmermann ein. Basketball und Studium ließen sich hier gut verbinden, heißt es in der elektronischen Post.

Finden Marketingleute ein Alleinstellungsmerkmal bei ihren Anpreisungen, sind sie ganz aus dem Häuschen. Zwei Basketball-Bundesligisten in einer Stadt gäbe es wohl nur in Bamberg. Weiter soll (darf) noch nicht gedacht werden...

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