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DJK-Damen halten gegen Erstligist Saarlouis lange mit

Wie klein die Kluft zwischen 1. und 2. Liga im deutschen Damenbasketball sein kann, haben die rund 100 Zuschauer am Sonntagnachmittag in der Graf-Stauffenberg-Halle erfahren. Achtbar schlug sich die DJK Don Bosco Bamberg bei ihrer 83:92 (55:47)-Niederlage gegen den TV Saarlouis Royals in der zweiten Runde des DBBL-Pokals. Beide Teams sind im Umbruch, beide Teams zeigten sich weit fortgeschritten in ihrer Entwicklung kurz vor den ersten Punktspielen.

Zu acht waren die Saarländerinnen ins Oberfränkische gekommen, dem Bamberger Trainer Konstantin Hammerl fehlten Marie Ulshöfer, Ivana Grbic und Branka Lukovic (verletzt). Mit auf der Gästebank: die Ex-Bambergerin und Nationalspielerin "Nani" Ilmberger, die ein Kreuzbandriss, erlitten im Frühjahr, wohl noch sechs Wochen lang ausfallen lässt. Sie hätte "liebend gerne" mitgewirkt auf dem Parkett der "Blauen", das ihr so vertraut ist.

In der ersten Hälfte zeigten die DJK-Basketballerinnen keinerlei Respekt vor dem hohen Gast. Nervöser Beginn? Fehlanzeige. Immer enger wurde es für die Royals, je mehr die Bambergerinnen erkannten, dass sie den Kampf annehmen müssen und ihren Gegnerinnen weniger Raum im Eins-gegen-eins lassen dürfen. Wieder eine Klasse für sich: DaJonee Hale. Sie steuerte einen Großteil der Punktausbeute bei. Ihre Mannschaftskameradinnen mussten aufpassen, nicht die Ordnung zu verlieren, wenn die US-Amerikanerin auf der Bank saß. Für eine Bamberger "One-woman-show" aber war der Gegner zu stark, Hale konnte sich auf ihr Team verlassen.

Für die Bamberger 55:47-Führung zur Pause sorgten maßgeblich auch Julia Förner und Eva Marschall. Die 17-jährige Kemmernerin spielte gestern selbstbewusst auf wie lange nicht, teilte sich mit Hale den Spielaufbau und punktete auch beständig von der Dreierlinie. Neuzugang Marschall behielt unter den Körben meist die Übersicht, degradierte Bronaza Nyree King Fitzgerald geradezu zur Statistin, als die wuchtige, ansonsten meist erfolgreiche Gegenspielerin aus dem Saarland beim Kampf um den Rebound einfach an ihr abprallte. Jana Barth zeigte ihr Talent als kluge Passgeberin und konsequente Kraft in der Abwehr. Ausgeglichen verlief das erste Viertel (31:32), auf das die Bambergerinnen ein 24:15 folgen ließen.

Blamieren wollte sich der Gast in Bamberg nicht. Die schnelle Ariel Hearn und ihre Mitspielerinnen kamen neu motiviert aus der Kabine, legten in der Abwehr einen Zahn zu. Die Saarländerinnen brachten vermehrt den Ball unter den Korb. Eva Marschall, die in der 28. Minute ihr viertes Foul gepfiffen bekam, war im Kampf an den Brettern gegen die großen und kräftigen Fitzgerald, Kimberly Pohlmann, Helmi Kristina Tulonen und Esther Marjolein Fokke zu sehr auf sich allein gestellt. Trotzdem ließ sich die DJK nicht abschütteln, 70:73 hieß es nach 30 Minuten.

Nun ließen die Kräfte bei den Bambergerinnen sichtlich nach, die TV-Korbjägerinnen aus Saarlouis dagegen spielten ihre Routine aus, trafen auch ihre Dreierversuche. Beim Hammerl-Team häuften sich die Fehler, bis auf 82:72 zog der Gast davon. Auch zwei Auszeiten des DJK-Coaches brachten keine Wende mehr. Immerhin: Das 83:92 kann sich sehen lassen, in Weiterstadt zum Vergleich ging der Bamberger Zweitliga-Konkurrent gegen den Bundesligisten USC Freiburg mit 37:105 unter.

Hammerl sagt: "Was wir uns offensiv vorgenommen hatten, hat recht gut funktioniert. Wir haben einen guten Job gemacht, am Ende hat uns etwas die Puste gefehlt. Es war schwer, Fitzgerald unter dem Korb etwas entgegenzusetzen. Zu verbessern bis zum Saisonstart sind das Umschalten auf Abwehr, das Abwehrverhalten im Eins-gegen-eins und der Rebound." DJK Don Bosco Bamberg: Hale (34), Marschall (20), Förner (14), Landwehr (8), Hesselbarth (5), Barth (1), Kühhorn (1), Hager, Hering, Siebert / TV Saarlouis Royals: Fitzgerald (37), Hearn (11), Fokke (9), Pohlmann (9), Tulonen (9), Jahn (8), Asuamah-Kofoh (7), Eckerle (2).

Text: www.infranken.de/Fränkischer Tag
Foto: www.sportpress-bamberg.de

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